… und weiter geht es …
denn Gaming macht Spaß, verbindet uns weltweit – und birgt jedoch auch einige Tücken. Wo viele Gamer zusammenkommen, bleiben Herausforderungen nicht aus. Neben Lags und Ragequits lauern auch ganz andere Bedrohungen: Von Hackern bis Scammern alles dabei; Cheater ruinieren das faire Spiel, toxisches Verhalten kann einem schnell die Laune verderben. Auch die ständige Erreichbarkeit kann stressen – wer kennt nicht den Druck, „nur noch eine Runde“ zu spielen? Beim Preisgeben von Informationen, geraten Datenschutz und Privatsphäre schnell ins Hintertreffen. Dazu kommen Ingame-Käufe und Lootboxen mit Kostenfallen und Suchtgefahr. Viele Games sind heute soziale Netzwerke im Mini-Format oder Gamer nutzen Discord – mit allen Vor- und Nachteilen. Cybermobbing und Grooming sind leider keine Seltenheit. Selbst die eigene Hardware ist nicht immer sicher, wenn Viren über Mods oder Patches eingeschleust werden. Die gute Nachricht: Mit Wissen und kühlem Kopf lässt sich vieles vermeiden. Gamer, Ihr könntet achten auf:
1. Bedrohung: Toxisches Verhalten und Belästigung: Beleidigungen, Mobbing, Drohungen durch andere Spieler
· Betroffene Genres: MOBA (z. B. League of Legends), FPS (z. B. Call of Duty): Oft im Voice-Chat, Soziale Spiele (z. B. Among Us)
· Maßnahmen:
o Chats oder Voice-Chat stummschalten
o Spieler melden und blockieren
o Nur mit Freunden spielen, um Konflikte zu minimieren
2. Bedrohung: Account-Diebstahl und Phishing: Hacker versuchen, Zugangsdaten durch Phishing-Links, gefälschte Websites oder schwache Passwörter zu erhalten.
· Betroffene Genres: MOBA (z. B. Dota 2), MMORPG (z. B. World of Warcraft): Komplexe Konten mit viel In-Game-Wert
· Maßnahmen:
o Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktivieren
o Starke Passwörter verwenden
o Links und E-Mails kritisch prüfen
3. Bedrohung: Cheating und Hacking: Gegner nutzen Aim-Bots, Wallhacks oder andere Cheats, um einen unfairen Vorteil zu erlangen
· Betroffene Genres: FPS (z. B. Counter-Strike 2), Battle Royale (z. B. Apex Legends), MMORPG
· Maßnahmen:
o Spiele mit robusten Anti-Cheat-Systemen nutzen
o Verdächtige Aktivitäten melden
o Private Server nutzen, wenn möglich
4. Bedrohung: Malware und Schadsoftware: Downloads von Mods, Cheats oder gefälschte Apps
· Betroffene Genres: FPS (z. B. Valorant), Strategie/Simulation, Soziale Spiele (z. B. Minecraft)
· Maßnahmen:
o Nur offizielle Quellen für Downloads verwenden
o Mods von vertrauenswürdigen Communities beziehen
5. Bedrohung: Scamming und Betrug: Spieler werden durch falsche Handelangebote, Gildenbetrug oder In-Game-Versprechen getäuscht
· Betroffene Genres: MMORPG, Soziale Spiele
· Maßnahmen:
o In-Game-Handelssysteme nutzen
o Vorsicht bei zu guten Angeboten
o Keine privaten Daten oder Zugangsdaten weitergeben
o Bei jüngeren Spielern: keine externen Seiten anklicken lassen
6. Bedrohung: Doxing und Datenschutzverletzungen: Persönliche Daten (z. B. Adresse, Name) werden durch Leichtsinn oder Angriffe offengelegt.
· Betroffene Genres: MOBA, FPS, Soziale Spiele
· Maßnahmen:
o Keine persönlichen Informationen teilen
o VPN nutzen, um IP-Adresse zu schützen
o Nicknames statt echtem Namen verwenden
o Privatsphäre-Einstellungen regelmäßig prüfen
o Kamera & Mikrofon bewusst nutzen (oder deaktivieren)
o Vorsicht beim Streaming: sensible Inhalte ausblenden
o Kinder über Risiken aufklären und begleiten
7. Bedrohung: Kostenfallen und Mikrotransaktionen: Spieler werden zu unkontrollierten Ausgaben durch Lootboxen oder In-Game-Käufe verleitet.
· Betroffene Genres: Battle Royale, Soziale Spiele, Strategie
· Maßnahmen:
o Budget für Käufe festlegen
o Zahlungsmethoden ohne direkten Zugriff (z. B. Prepaid-Karten) nutzen
o Bei Kindern Elternkontrolle aktivieren
8. Bedrohung: Suchtgefahr: Spiele fördern exzessives Spielen durch Belohnungssysteme, was zu Vernachlässigung anderer Lebensbereiche führt.
· Betroffene Genres: MMORPG, Strategie (z. B. Civilization)
· Maßnahmen:
- Pausen einplanen
- Freunde oder Familie um Unterstützung bitten
- Spielzeit über Tools begrenzen (z. B. Bildschirmzeit, Apps)
- Bei Minderjährigen klare Regeln, gemeinsame Reflexion
9. Bedrohung: Kindeswohlgefährdung: Jüngere Spieler sind unangemessenen Inhalten oder Manipulation ausgesetzt
· Betroffene Genres: Soziale Spiele, MMORPG
· Maßnahmen:
o Kindersicherungen und Chat-Filter aktivieren
o Möglichst nur mit Freunden spielen
10. Bedrohung: Cybermobbing & toxisches Verhalten: Belästigung, Beleidigung oder psychischer Druck durch andere Spieler
· Betroffene Genres: MOBAs, Shooter, Soziale Spiele
· Maßnahmen:
o In-Game-Filter für Sprache & Text aktivieren
o Blockieren und melden
o Community-Regeln der Plattform beachten
o Bei Kindern: regelmäßige Gespräche und Unterstützung durch Eltern
o Spielzeit über Tools begrenzen (z. B. Bildschirmzeit, Apps)
o Moderations-Tools aktiv nutzen
o KI-Moderationstools, wo verfügbar, einschalten
11. Bedrohung: KI Deepfakes & Stimm-Imitation, Social Engineering; Angreifer nutzen KI, um Stimmen, Verhalten von Mitspielern oder Streamern zu imitieren (Voice-Cloning)
- Betroffene Genres: Voice-Chat-Games, E-Sport
- Maßnahmen:
o Skepsis bei ungewöhnlichen Anfragen – auch von „Freunden“
o Persönliche Daten nie über Voice oder Chat weitergeben
o Bei Streamern Authentizitätsprüfung
o Auf Sprachmuster achten
o Keine unbekannten Links klicken
o Bots blockieren und melden
o Anti-Cheat-Systeme unterstützen
12. Manipulation von Spielinhalten durch KI: KI erstellt gefälschte Level, Items oder Mods, die Schadsoftware enthalten
Maßnahmen:
- Nur Inhalte von vertrauenswürdigen Quellen installieren
- Mods/Add-ons vor Nutzung prüfen
Fazit: Online-Gaming bringt Spaß, Action und neue Freunde – aber eben auch ein paar Schattenseiten. Bedrohungen kennt inzwischen fast jeder, und zum Glück gibt’s auch genug Maßnahmen, um sich zu schützen. Wer aufmerksam bleibt, ein bisschen Hirn einschaltet und die Basics kennt, ist schon einigermaßen safe unterwegs. Trotzdem entwickeln sich die Gefahren ständig weiter – vor allem, weil Technik und Tricks der Angreifer immer schlauer werden.
Ein spannender Punkt ist hier die Rolle von KI. Schon jetzt wird künstliche Intelligenz genutzt, um Cheater zu erkennen, toxisches Verhalten zu filtern oder sogar beim Support zu helfen. Aber genauso kann KI leider auch von Betrügern genutzt werden – z. B. für täuschend echte Scams. Die Zukunft bringt also nicht nur coolere Games, sondern leider auch raffiniertere Bedrohungen.
Heißt: Kopf einschalten bleibt Pflicht; mit der richtigen Portion Wissen und Technik im Rücken kann man entspannt spielen. Schaut Euch dazu auch die Acht Tipps für sicheres Gaming des BSI an …