Jeder spielt. Mal mehr, mal weniger. Mal allein, mal in einer Gruppe. Manchmal analog, meistens heutzutage digital, und das aus gutem Grund. Ohne die Zukunft beschwören zu wollen, werden wir künftig immer mehr spielen, weil wir viel mehr Zeit haben (gewollt oder ungewollt).
Gaming ist etabliert in unserem Alltag. Es bietet nicht nur Unterhaltung, sondern auch eine Möglichkeit, sich zu vernetzen, Gemeinsames zu teilen, in Wettkämpfen zu trainieren, zu lernen, zu kreieren und in fantastische Welten einzutauchen.
Doch während wir digitale Universen erleben, gibt es einen Aspekt, der oft übersehen wird: Sicherheit im Gaming. Und ja, es geht nicht um die sichere Installation eines Computerspiels, sondern eher um sicheres „In-Gaming“, also um:
- Datenschutz / Datennutzung: Spieler geben oft persönliche/private Informationen preis, sei es bei der Registrierung, beim Kauf von In-Game-Items oder bei der Nutzung von Online-Diensten. Der Schutz dieser Daten vor unbefugtem Zugriff, ist essenziell, um Identitätsdiebstahl, Profiling und andere Formen des Missbrauchs zu verhindern.
- Cyberangriffe: Online-Spiele sind ein beliebtes Ziel für Hacker, die versuchen, Schwachstellen auszunutzen, um Zugang zu sensiblen Daten oder Spielerkonten zu erhalten und/oder mit DDoS-Attacken, das Spiel lahmzulegen. Entwickler müssen robuste Sicherheitsmaßnahmen implementieren, um solche Angriffe abzuwehren und die Integrität der Spielumgebung zu gewährleisten.
- Fairness und Anti-Cheating: Cheating, Hacking, Account-Sharing, Charakter-Diebstahl, Swatting können das Spielerlebnis erheblich beeinträchtigen. Sicherheitsmaßnahmen wie Anti-Cheat-Software sind notwendig, um sicherzustellen, dass alle Spieler unter fairen Bedingungen spielen und das Spiel nicht durch unfaire Vorteile verzerrt wird.
- Jugendschutz und Verantwortung: Viele Spiele richten sich an ein junges Publikum, weshalb der Schutz vor unangemessenen Inhalten, sozialer Manipulation und Interaktionen besonders wichtig ist. Sicherheitsmechanismen wie Inhaltsfilter, Spielzeitbegrenzungen und Warnhinweise bei exzessivem Spielen helfen dabei, eine sichere Spielumgebung für Kinder und Jugendliche zu schaffen.
- Wirtschaftliche Sicherheit: In-Gaming hat oft einen realen Geldwert. Der Schutz dieses digitalen Vermögenswertes vor Diebstahl, Looting und Betrug ist entscheidend, um das Vertrauen der Spieler zu erhalten.
Sicherheit im Gaming kann aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden: der des Spielers, des Entwicklers und des Staates. Jede Gruppe hat eigene Interessen und Verantwortungen in Bezug auf Sicherheit. In drei weiteren Posts werde ich erklären, warum Sicherheit im Gaming aus diesen Perspektiven wichtig ist. Bevor es los geht, noch ein paar Facts & Figures* zur Einordnung von Computerspielen:*
Genre:
- Action: Spiele, die schnelle Reflexe und Hand-Auge-Koordination erfordern (z.B. Shooter, Plattformspiele wie Fortnite, GTA, Cyberpunk, Hades)
- Adventure: Spiele, die auf Erkundung und Rätsellösen basieren (z.B. Point-and-Click-Adventures à la Indiana Jones, Assassin’s Creed)
- Rollenspiele (RPGs): Spiele, bei denen die Charakterentwicklung und die Geschichte im Vordergrund stehen (z.B. Final Fantasy, Persona 3)
- Simulationen: Spiele, die reale oder fiktive Aktivitäten simulieren (z.B. Flugsimulatoren)
- Strategie: Spiele, die strategisches Denken und Planung erfordern (z.B. Echtzeit- und rundenbasierte Strategiespiele wie Empire of the Ants, Civ VII)
- E-Sport: Spiele, die reale oder fiktive Sportarten nachbilden (z.B. FIFA, NBA 2K)
- Serious Games sind interaktive Spiele, in denen die Spieler nebenbei etwas lernen sollen und Informationen vermittelt werden
- Plattform:
- PC-Spiele: Spiele, die auf Computern gespielt werden.
- Plattform Steam ist ideal für erwachsene Spieler, die professionelle, „fertige“ Spiele wollenRoblox eine Plattform für jüngere Spieler, die Spaß haben, ihre eigenen Spiele zu erstellen oder aus einer riesigen Sammlung benutzergenerierter Spiele, das passende auszusuchenBrowser-Spiele: Spiele, die direkt im Webbrowser gespielt werden können…
- Mobile Spiele: Spiele, die auf Smartphones und Tablets gespielt werden
- PC-Spiele: Spiele, die auf Computern gespielt werden.
- Zielgruppe: Kinder/Jugendliche und Erwachsene
- Teilnehmer/Ziel
- Einzelspieler: Spiele, die allein gespielt werden
- Mehrspieler: Spiele, die mit oder gegen andere Spieler gespielt werden können
- Kooperativ: Spiele, bei denen Spieler zusammenarbeiten müssen, um Ziele zu erreichen
- Wettbewerbsorientiert: Spiele, bei denen Spieler gegeneinander antreten.
Regulatorik: Da die aktuelle Politikergeneration noch mit „Mensch ärgere Dich nicht“, Uno, Skat und Memory groß geworden ist, ist die Online-Gaming Branche (noch) von Überregulierung verschont geblieben. So gelten gegenwärtig folgende Regularien:
- Jugendschutzgesetz (JuSchG) und die Bestimmungen der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) regeln die Alterskennzeichnung und den Schutz von Minderjährigen vor schädlichen Inhalten.
- Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und die EU Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Unternehmen müssen die Datenschutzrechte der Spieler respektieren und personenbezogene Daten sicher verarbeiten.
- Wenn Online-Spiele Elemente von Glücksspiel enthalten, fallen sie unter das Glücksspielrecht, geregelt im Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV)
- Telemediengesetz (TMG) reguliert die Verantwortlichkeiten von Anbietern digitaler Dienste, einschließlich Online-Spielen. Es betrifft Themen wie Impressumspflicht und Haftung für Inhalte
- Digital Services Act (DSA) soll ein sichereres digitales Umfeld schaffen, indem er Online-Plattformen, einschließlich Spieleplattformen, zu mehr Verantwortung für ihre Inhalte und Nutzer verpflichtet werden
- Digital Markets Act (DMA) zielt darauf ab, die Marktmacht großer Online-Plattformen zu begrenzen und einen fairen Wettbewerb zu fördern. Dies kann Auswirkungen auf die Vertriebswege und Geschäftsmodelle von Online-Spielen haben
- Verbraucherschutz definiert Richtlinien zu fairen Vertragsbedingungen, Gewährleistung und Widerrufsrecht
Viele Länder haben ihre eigenen Gesetze und Vorschriften für Online-Spiele. Unternehmen, die weltweit tätig sind, müssen diese länderspezifischen Anforderungen beachten.
Ergänzend:
- Lootboxen: Die Regulierung von Lootboxen ist ein aktuelles Thema, und viele Länder prüfen, ob sie als Glücksspiel einzustufen sind – in Deutschland zur Zeit noch nicht.
- Virtuelle Währungen und Gegenstände: Die rechtliche Behandlung (bspw. hinsichtlich Eigentum) von virtuellen Währungen und Gegenständen ist noch in Diskussion.
- Online-Spiele-Unternehmen werden zunehmend dazu aufgefordert, Maßnahmen gegen toxisches Verhalten und Belästigung in ihren Spielen zu ergreifen –> s. DSA.
Laut aktuellen Analysen (Stand 2024/2025) gibt es weltweit etwa 3,2 bis 3,4 Milliarden Gamer, von denen ein signifikanter Anteil regelmäßig online spielt.

Quelle: NewZoo, 2024
Am 30. März 2025, um 17Uhr MEZ), zeigt allein die Steam-Statistikseite zwischen 40 Millionen gleichzeitig aktive Spieler weltweit, abhängig von der Tageszeit. Die Spitzenwerte liegen oft bei über 80 Millionen (z. B. abends in Europa und Nordamerika).
- Fortnite: Schätzungsweise 230 Millionen monatlich aktive Spieler (Stand Anfang 2024), mit etwa 1-3,5 Millionen gleichzeitig aktiven Spielern je nach Tageszeit und Event.
- World of Warcraft: Etwa 7-9 Millionen Abonnenten (Stand 2024), mit täglichen Logins von etwa 2-3 Millionen.
- Counter-Strike 2: Auf Steam oft über 1 Million gleichzeitig aktive Spieler, mit Spitzen bis 1,8 Millionen (Stand 2024).
Statistiken zu Online Games | Statista
Steam, Die Ultimative Online Gaming Plattform
Resources › Blog, Free Reports, Rankings, Webinars | Newzoo
* keinen Anspruch auf Vollständigkeit