Wer erinnert sich noch an die frühen 2000-er Jahre als Mini-Klapproller Mode waren. Kurzzeitig sah man wichtige Business-People mit einem Roller durch die Stadt rollern. So schnell wie es sich für Mode gehört, war es auch mit dem Roller vorbei.
… und nur Kinder rollerten wieder …
Nun ein neuer Hype – E-Scooter, also ein Tretroller mit Elektroantrieb. Gut, das schweißtreibende Treten entfällt und man ist flott unterwegs, aber ich glaube, E-Scooter in Deutschland werden auch nur kurz, die Städte berollen.
Nicht, weil man – typisch deutsch – eine spezielle Haftpflichtversicherung, eine Klingel, Licht, Plakette und zwei Bremsen braucht und nur auf Radwegen unterwegs sein soll, nicht weil das Mieten mit ca 10 – 20 EUR/Tag viel zu teuer ist, sondern weil außer dem kurzzeitigen Fun-Factor, der Nutzen sich in deutschen Städten nicht ergibt.
- Es bedarf einer Ladeinfrastruktur. Habe ich mir einen Scooter gekauft, um hip von A nach B zu kommen, muss ich ihn am Ort B abstellen können ohne ihn zu vervielfältigen oder tragen – bei 8 – 15 kg nicht mehr allzu viel Fun. Und beim Sharing wird uns Greta was erzählen, wenn die Scooter abgeholt, geladen, verteilt mit einem Benziner werden …
- Mit dem Roller kann nichts (außer man trägt es selbst auf dem Rücken, was mit der Zeit immer schwerer wird) transportiert werden. Klar, in südostasiatischen Ländern kann man zu dritt auf dem Roller fahren und auch kistenweise Getränke transportieren, aber nicht hier – leider.
- Das „aufmerksame“ Stehen ist auch nicht jedermanns Sache.
- Und nicht zu vergessen, in deutschen Städten sind die Wege nicht so lang und auch der ÖPNV ist einigermaßen verfügbar. Wer in Amerika sich nach dem Weg erkundigt und gesagt bekommt, die gesuchte Adresse sei (nur) fünf Blocks entfernt, weiß die E-Scooter zu schätzen, auch im hügeligen Tel-Aviv mit Stau und deutlich ausbaufähigen Nahverkehr lohnt sich der E-Roller…
Bei uns nicht.