Nix Neues – oder doch ?

Storytelling

Für mich ist der Spiegel eines der wenigen Medien, der ein Thema noch recherchieren. Das versuchte er gerade in den letzten Jahren nach einer „Pause“ wieder. Relotius kannte ich vor dem 19.12. nicht. Seine Texte (ca. einen je Monat im Spiegel) las ich nicht, da Teaser wie in Königskinder – Ahmed und Alin sind zehn und elf Jahre alt … Manchmal, im Traum, erscheint ihnen Angela Merkel“ … mich höchstens in der Bunten zum Weiterlesen angeregt hätten …
Neben der fehlenden Ethik von Relotius, dem nicht ausreichenden Reality-Check beim Spiegel, finde ich insbesondere die Preisverleihungen bezeichnend. Welchen Wert haben diese ? Wer sind die Jury-Mitglieder ?

Dass der Spiegel solche Stories ab und zu veröffentlichte, ist ärgerlich. Ärgerlich, weil er diese als wahr verkaufte und damit Stil und Qualität anderer Texte relativiert; er folgt aber nur dem Mainstream. Nicht umsonst gründeten Medienprofis wie Jessen und Diekmann Storymachine, um u.a. Lebens- und Unternehmensläufe zu polieren. Viele Menschen lieben nun mal Geschichten, die modernen Märchen. Das erkannte auch Fichtner und scheute sich nicht, den spannenden „Fall“ literarisch zu „rekonstruieren“.

Womit hat der „Fall“ Ähnlichkeit ? Mit der Diesel-Affäre finde ich. Autoren, die es mit der Recherche nicht so genau nehmen, gibt es wohl bei vielen Medien – müssen wir nur auf die nächsten Enthüllungen warten. Auch bei den Autoherstellern versagten die Kontrollen …
Wer einmal lügt oder werden die Geschichten der Medien und die Autos besser – wir werden sehen – schönes Jahr 2019.

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